Farbe und Malerrolle

Abwaschbare Wandfarbe für die Küche

Mit Latexfarbe kannst Du die Wände in der Küche vor Schmutz schützen. Denn Latexfarbe ist abwaschbar. Klingt doch toll, oder?

Hast Du nicht auch schon mal etwas zu übermütig gegessen und dabei ein bisschen Tomatensoße auf der Wand verteilt? Also als Kind ist mir das sehr oft passiert. Als Erwachsener nur noch in unregelmäßigen Abständen. Versuche, das Malheur schnell mit einem Lappen zu entfernen, verteilten den Fleck bloß großflächig. Nicht optimal.

Dieses Problem verspricht die Latexfarbe zu lösen. Und nicht nur die Wand am Esstisch kann damit behandelt werden. Die Farbe bietet sich auch für Wände nahe an der Arbeitsplatte an. Im Prinzip überall dort, wo oft, viel und feucht fröhlich gearbeitet wird.

Latexfarbe lässt sich tatsächlich wunderbar abwischen. Doch sie hat nicht nur positive Seiten. Sehen wir uns mal an, welche Vor und Nachteile die Farbe hat. Dann kannst Du für Dich abwägen, ob sie Dir nützen kann. Außerdem betrachten wir ein paar sinnvolle Alternativen zur Latexfarbe.

Vor- und Nachteile der Latexfarbe

Wenn Latexfarbe die ultimative Lösung wäre, dann würde ja jede Wand damit gestrichen werden. Aber das wird natürlich nicht so gemacht. Die Farbe findet nur an bestimmten Stellen im Haus Anwendung; das hat seinen Grund.

Vorteile

Der größte Vorteil ist ganz eindeutig die Abwaschbarkeit. Dazu kommen positive Eigenschaften wie Strapazierfähigkeit, Abriebfestigkeit und Haltbarkeit. Letztere fallen von Farbe zu Farbe unterschiedlich aus.

Einer der wichtigsten Ratschläge, den Du bestimmt auch schon gehört hast, ist folgender:

Spare nicht bei der Farbe. Dann hast Du bloß die doppelte Arbeit.

So oder so ähnlich haben es mir schon meine Eltern gesagt. Und sie haben ja so Recht. Das habe ich bereits bei dem zweiten Eimer Farbe erkannt, den ich für das Streichen der ersten eigenen Wohnung gekauft habe. Tja.

Fazit: Es stimmt einfach - gute Farbe kostet. Sie erspart Dir dafür aber Stress und jede Menge Arbeit. Das ist meiner Meinung nach den höheren Preis absolut wert. Das gilt auch für die Latexfarbe.

Latexfarbe hat neben den üblichen Ansprüchen an Farbe schließlich noch ein paar weitere zu erfüllen: Wird sie mal schmutzig, dann wird sie mit einem feuchten Lappen abgerieben. Das sollte sie auch unbeschadet und ohne Kratzer überstehen. Bei billiger Latexfarbe kannst Du nach ein paar Scheuerbewegungen mit einem Lappen bereits die ersten Kratzer erkennen. Je nach Lichteinfall sind die dann aus der Ferne gut zu sehen und ergeben ein eher unschönes Bild.

Glücklicherweise musst Du bei den Farben nicht blind raten, welche nun abriebfest ist und welche nicht. Dafür gibt es nämlich den melodischen Begriff Nassabriebbeständigkeit. Die Farben werden in Klassen eingeteilt, die unterschiedliche Beständigkeit gegenüber - Du ahnst es - nassem Abrieb abbilden. Die Nassabriebklasse ist also ein wichtiger Anhaltspunkt für die Beständigkeit der Farbe gegenüber der Behandlung mit einem nassen Lappen. Und genau das kommt ja auf die Farbe zu, wenn sie mal schmutzig wird.

Es gibt die Klassen 1-5, wobei 1 die haltbarste ist.

Um die Farbe in eine solche Klasse einzuordnen, wird ermittelt, um wie viel die Farbschicht dünner wird, wenn sie mit einer bestimmten Anzahl an Wischbewegungen traktiert wird.

Eine gute Latexfarbe hält es locker und unbeschadet aus, wenn Du Spaghetti mit Tomatensoße, Fett oder andere Speisen versehentlich darauf verteilst.

Kaffee und Tomatensoße

In einer meiner früheren Küchen stand der Esstisch mit einer Seite direkt an der Wand. Die untere Hälfte der Wand war mit einer Latexfarbe bestrichen, sodass kleine Missgeschicke schnell wieder ungeschehen gemacht werden konnten. Eines Tages verschüttete jemand eine ganze Tasse Kaffee, deren Inhalt zum Großteil an der Wand herunterlief. Ein absoluter Alptraum - wenn es nicht Latexfarbe gewesen wäre. Von der ließ sich der Kaffee abwaschen, ohne auch nur die geringste Verfärbung zu hinterlassen. Das war schon sehr praktisch.

Nachteile der Latexfarbe

Die Farbe ist ja dafür bestimmt, Feuchtigkeit abzuhalten. Das ist aber nicht in allen Belangen ein Vorteil; In die Wände hinter der Farbe kann Feuchtigkeit gelangen. Zum Beispiel weil es eine Außenwand ist. Daher sollte es allen Wänden durch gute Belüftung ermöglicht werden, diese Feuchtigkeit wieder an die Raumluft abzugeben. Aber eine Schicht Latexfarbe bremst oder verhindert den Feuchtigkeitstransport. Daher ist es nicht ratsam, große Flächen mit Latexfarbe zu bestreichen. Auch empfehle ich Dir, Dich im Fachhandel beraten zu lassen, ob und wenn ja, wie viel Feuchtigkeit die Farbe durchlässt und welche Wände im Haus besser nicht damit bestrichen werden sollten.

Feuchte Wände können zu Schimmel führen

Neben dem Problem mit der Feuchtigkeitsbarriere, gibt es noch eines: Latexfarbe lässt sich nur schwer wieder entfernen oder überstreichen. Daher solltest Du sie nicht direkt auf die Wand auftragen. Am besten nur tapezierte Wände damit bestreichen. Dann hast Du im Nachhinein die Möglichkeit, die Farbe mit der Tapete zusammen zu entfernen. Das ist wesentlich leichter, als Latexfarbe von der nackten Wand abzubekommen.

Wie gesagt, lässt sich die Farbe nur sehr schlecht überstreichen. Das habe ich bei einer übernommenen Wohnung selbst erleben dürfen. Latexfarbe zu überstreichen kostet verdammt viel Nerven und Farbe. Denn die neue Schicht Farbe haftet absolut miserabel darauf.

Fazit: Überlege Dir gut, wo Du Latexfarbe einsetzten willst. In der Küche kann sie an einigen Stellen durchaus sinnig verwendet werden. Die Wände eines ganzen Flurs damit zu bestreichen, scheint mir aber eine ganz schlechte Idee zu sein.

Beachte, dass die allermeisten Latexfarben nicht matt sind, sondern glänzen. Das kann je nach Einrichtungsstil hübsch aussehen, oder eben nicht.

Alternativen zur Latexfarbe

Wie oben angebracht, sind Latexfarben kein Allheilmittel und haben ihre Schwächen, genau wie sie ihre Vorzüge haben. Falls Du von dieser Lösung nicht so überzeugt bist, dann gibt es noch ein paar andere Produkte, die vielleicht besser zu Deinem Anwendungsfall passen.

Elefantenhaut

Der Name ist ein bisschen merkwürdig, das Prinzip der Elefantenhaut zum Glück ganz einfach: Dabei handelt es sich um eine transparente Schutzschicht für Tapeten. Die Elefantenhaut wird wie gewöhnliche Farbe mit einem Pinsel oder einer Malerrolle aufgetragen. Meist genügt es nicht, nur eine Schicht aufzutragen. Gewöhnlich sind es zwei oder sogar drei Schichten.

Genau wie die Latexfarbe ist die Elefantenhaut abwaschbar. Was sie ebenfalls mit der Farbe gemein hat, ist die glänzende Oberfläche.

Angenommen Du hast in der Küche einen Bereich, in dem Du die Tapete gerne vor Spritzern schützen willst. Dann kannst Du diese Fläche mit der Elefantenhaut bestreichen und die ehemals matte Tapete wird an dieser Stelle nicht mehr matt aussehen, sondern glänzend. Je mehr Schichten der Elefantenhaut Du aufträgst, desto mehr wird der die Tapete glänzen.

Wie bei der Latexfarbe, sollte Elefantenhaut lieber nur auf Tapeten aufgetragen werden, da dessen Entfernung (samt Tapete) einfacher ist, als sie von der nackten Wand zu lösen.

Kurzum: Mit der Elefantenhaut kannst Du den Effekt der Latexfarbe sozusagen nachrüsten. Das geht in der Regel schneller und leichter, als eine Wand komplett neu zu streichen und dabei verschiedene Bereiche mit verschiedenen Farben (Latex- und normaler Farbe) zu beschichten.

Elefantenhaut hat die gleichen Nachteile im Bezug auf den Feuchtigkeitstransport, wie die Latexfarbe.

Mikrozement

Der Mikrozement ist ein etwas anderer Ansatz dabei, Wände unempfindlicher gegen Verschmutzungen zu machen. Ein interessanter ist er allemal. Der Mikrozement wird nur rund 3mm dick auf die Wände aufgetragen und sieht dann - das ist meine Meinung - recht hübsch aus.

Mikrozement

Auf den Mikrozement werden keine Fliesen gesetzt, vielmehr ist er ein Ersatz für die Wandfarbe. Es gibt ihn in unterschiedlichen Tönen. Die Oberfläche ist matt, ein ganz kleines bisschen rau und hat eine schöne Textur, die jede Wand zu einem Unikat macht. Soweit so schön. Das kannst Du ja auch fast alles mit gewöhnlicher Farbe erreichen.

Mikrozement haftet auf Fliesen, Beton, Putz, Marmor, Rigips und vielen weiteren Untergründen.

Dazu ist der Mikrozement wasserdicht und lässt sich mit einem feuchten Lappen gut abwaschen. Verwende dabei am besten pH-neutrale Seife; der Mikrozement kann gegenüber Säuren empfindlich sein.

Davon abgesehen ist er robust und vor allem pflegeleicht.

Tadelakt

Tadelakt ist ein Kalkputz, der sowohl sehr fest als auch wasserbeständig ist. Seinen Ursprung hat das jahrtausendealte Baumaterial in Marokko, wo unter anderem Zisternen damit abgedichtet wurden. Heute ist es ein durchaus verbreitetes, wenn auch nicht sehr bekanntes Material. Mit Tadelakt können Wände auf ähnliche Weise wie mit dem Mikrozement beschichtet werden. Der Tadelakt ist dabei aber nicht matt; Seine Oberfläche glänzt üblicherweise ein wenig.

Acryllack

Acryllack kann sowohl farblos, also auch farbig sein. Seine Anwendungsgebiete sind sehr vielfältig; Auch für das in diesem Artikel besprochene Problem, kann Acryllack eine Lösung sein.

Die meisten Acryllacke haben eine glänzende Oberfläche. Das muss nicht immer so sein: Je nach gewähltem Lack, glänzt die Oberfläche mal mehr, mal weniger stark. Auf der Verpackung findest Du Angaben zur Optik der Oberfläche. Unter anderen kannst Du auf der Packung folgende Begriffe finden:

  • hochglänzend
  • glänzend
  • seidenmatt
  • matt
  • stumpfmatt

Die obigen Begriffe sind von stark glänzend, bis sehr matt geordnet.

Acryllack auf Holz

Vor dem Auftragen von Acryllack gibt es ein paar Stolpersteine aus dem Weg zu räumen: Achte darauf, dass der Untergrund sauber, fett- und staubfrei ist. Je einer die Oberfläche, desto besser wird der Lack haften. Ein bisschen rau muss sie allerdings auch sein. Holz zum Beispiel, sollte zuerst angeschliffen werden, damit der Lack besser haftet.

Wie bei der Latexfarbe, versiegelt der Lack die Wand derart, dass eine Feuchtigkeitsbarriere entstehen kann. Aus diesem Grund sollten mit dem Acryllack keine allzu großen Flächen bestrichen werden.

Keramikfarbe

Farbe mit Keramik-Effekt ist eine der wenigen matten Lösungen. Sie ist sehr beständig, kratzfest und kann gut mit Lappen, Schwamm oder Bürste abgewaschen werden. Einige Hersteller werben sogar damit, dass ihre Farben für die Reinigung mit einem Hochdruckstrahler geeignet sind.

Damit ist Keramikfarbe eine der robustesten Lösungen für nass abwischbare Wände. Was nicht bei allen Keramikfarben gegeben ist, ist die Tönbarkeit. Und wenn die Keramikfarbe getönt werden kann, dann erreichst Du damit oft nur Pastelltöne. Sollte das ohnehin Deiner Vorliebe entsprechen, dann ist Keramikfarbe eine sehr gute Alternative für Dich.

Klebefolie

Mit der Klebefolien haben wir eine der preisgünstigeren Alternativen auf dem Tisch. Aber das ist nichts schlechtes!

Das Aufbringen der Folie ist nicht ganz einfach, dafür ist sie problemlos zu reinigen. Sie eignet sich bloß weniger für Flächen, die dem Kochfeld nahe, oder aus anderen Gründen höheren Temperaturen ausgesetzt sind.

Fazit

Wände in der Küche in weiser Voraussicht vor Schmutz zu schützen, kann eine sehr gute Idee sein. Dabei steht Dir nicht nur die Latexfarbe zur Auswahl, sondern auch die Elefantenhaut und transparenter Acryllack.

Wenn Du eine matte Oberfläche bevorzugst, dann gibt es den Tadelakt, Mikrozement und Keramikfarbe. Letzter scheint mir eine der besseren Alternativen zu sein, wenn sie auch nicht in allen Farben erhältlich ist.

Mikrozement ist optisch mal was anderes. Sofern er zu Einrichtung passt, hast Du damit jedoch eine spannende Alternative mit hübscher Textur zur Hand.

Letztlich kannst Du ebenfalls auf eine Klebefolie zurückgreifen; Eine schnelle und Kostengünstige Alternative, die aber bloß auf glatten Oberflächen optimal haftet.


Hast Du Erfahrungen mit einem der hier genannten (oder nicht genannten) Materialien gesammelt? Oder hast Du Fragen, Ergänzungen oder Kritik? Dann schreib gerne einen Kommentar unter diesen Artikel. Ich freue mich immer über Deine Meinung :)

02. Dezember 2018

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