Goldbraune Pizza

Die perfekte Pizza selber machen: So geht’s!

Pizza ist heute beinahe ein Grundnahrungsmittel. In allen erdenklichen Variationen liegen sie in den Kühltruhen der Supermärkte. Doch seitdem ich mich selbst um den Einkauf sorgen muss, wollte ich eine kostengünstigere Alternative. Abgesehen von den 3er-Kartons mit No-Name-Pizza kann diese Tiefkühlkost nämlich verhältnismäßig teuer werden.

Hefeteig selber machen

Seit rund drei Jahren mache ich regelmäßig meinen eigenen Pizzateig. Ich will nicht lügen, die Anfänge waren manchmal ganz furchtbar und ob der Hefeteig aufging oder nicht, war Glückssache. Heute sieht das anders aus. Hunderte Versuche und viele Rezept-Variationen später kann ich sagen, dass ich ziemlich sicher im Sattel sitze.

Ein Hefeteig gelingt gut, wenn Mehl und Wasser im Verhältnis 2:1 vermengt werden. Etwas Trockenhefe dazu und ganz wichtig: Sehr gründlich durchkneten.

Neben dem Hefeteig gab es aber noch mehr Probleme aus dem Weg zu räumen, als ich gedacht hatte. Zu Beginn war es schon ein Erfolg, wenn der Teig aufging, der Boden kross war und nichts verbrannt roch. Je mehr die Pizzen Marke Eigenbau die aus dem Supermarkt in meinem kulinarischen Alltag verdrängten, desto kritischer ging ich mit meinen Werken um.

Die Konkurrenz

Nehmen wir die Big American Texas von Dr. Oetker: Der Teig ist hoch und fluffig, der Belag genau im richtigen Maße scharf und der Geschmack insgesamt ein Kunstwerk. Zudem kannst Du Dir das Ding je nach Laune kross backen, oder kurz vor Ende aus dem Ofen holen und eine weiche und kieferschonende Pizza genießen.

Ristorante beherrscht die Fraktion der dünnen Böden. Dafür hat die Ofenfrische den besten Teig insgesamt, obwohl die Tradizionale da auch nicht zu verachten ist.

Wem es noch nicht aufgefallen ist: Alle genannten sind von der Dr. August Oetker KG. Deren Lebensmittelingenieure scheinen es einfach drauf zu haben.

Der Geschmack

Irgendwann in der Grundschulzeit hat meine Mama das erste Mal eine Pizza selber gemacht. Ich weiß noch, dass ich die ganz gut fand. Besser zumindest, als mein erstes wirklich gelungenes Exemplar vor drei Jahren. In der Erinnerung wird viel Mist zu Gold, aber in dem Fall bin ich mir sicher.

Mein eigener erster Versuch schmeckte fade. Ich vermutete, dass mich die Lebensmittelindustrie erfolgreich mit Geschmacksverstärkern verdorben hatte. Ich kam zu dem Schluss, für eine gewisse Zeit auf Fertigpizzen zu verzichten würde mich an die selbst gemachten Pizzen gewöhnen. Zum Teil traf das auch zu. Doch keine schmeckte wirklich so gut wie die Konkurrenz aus dem Supermarkt.

Käse und Salami

Ich probierte anderen Käse, neue Salami und kam der Sache langsam näher. Ein paar mehr Gewürze als nur Salz, Pfeffer, Oregano und Basilikum schafften es in meine Palette und die Euphorie wuchs mit jeder noch so geringen Steigerung.

Viele schon ganz leckere Pizzen später sah ich die Wertkurve meiner Arbeiten erneut stagnieren und verlor die Hoffnung, jemals mit dem Oetker-Klan mitzuhalten.

Eine neue Richtung

Neuen Schwung brachte eine Idee von jemandem, den ich bewusst nicht nenne, weil ich ihm oder ihr diesen Triumph bis heute nicht gönne. Es war eine dieser flapsigen Nebenbemerkungen, die ohne Aufwendung großer Mühe oder Geistesschärfe in den Raum geworfen wurde. Sie wird meinem Leidensweg definitiv nicht gerecht.

Wie dem auch sei; Mir wurde gesagt, ich könne nie mit der Lebensmittelindustrie konkurrieren, weil da mit unfairen Mitteln gekämpft wird. Synthetische Zusätze, Emulgatoren, Geschmacksverstärker und so Zeug eben.

Auf diese Mittel selbst zurückzugreifen würde irgendwie den Sinn von selbst gemachtem Essen zerstören, das ja gerade besonders gesund und rein sein soll…

Doch ich spiele, um zu gewinnen und diese Prinzipien gingen schnell über Bord. Ich wollte von Anfang an nur leckere und bezahlbare Pizza. Und wenn ich dafür die halbe Periodentabelle durchdeklinieren muss, dann ist das eben so.

Frisch ans Werk

Was ich schon wusste war, dass der Teig ruhig viel Salz haben konnte, weil Salz ein Geschmacksträger ist. Genau wie Zucker. In den nächsten Teig kam also eine gehörige Priese Zucker. Immerhin ist der auch in der Fertigpizzen drin. Nach einigen Experimenten hatte ich einen Teig produziert, der eher nach einem süßen Kuchen schmeckte, als nach einem Pizzateig.

Nachdem ich durch Herumprobieren den Break-Even-Point der Zuckermenge eingegrenzt hatte, konnte ich mit weiteren Zutaten starten. Den Geschmack zu intensivieren war dabei immer oberstes Ziel. Grundsätzlich war der nämlich sehr gut. Um also tief in die Selbe Trickkiste zu greifen, wie es die Konkurrenz tut, wollte ich irgendeinen Geschmacksverstärker beimischen, der Glutamat im Namen trägt. Zwar kann man reine Geschmacksverstärker direkt kaufen, aber da ist schwer heranzukommen. Was für ein Glück, dass Maggi‘s Klare Brühe praktisch ausschließlich daraus besteht:

Klare Brühe

Die nach Menge sortierte Zutatenliste dieses Produkts liest sich so: Jodsalz, Geschmacksverstärker, ...

Ist doch prima. Dann kommt eben ein bisschen weniger Salz dazu und das wiegt sich wieder raus. Schon sind wir der Lösung einen Schritt näher.

Der Teig ist damit nahezu perfekt. Je nach Wassermenge wird es ein fluffiger, oder (wenn es weniger Wasser ist) ein dünn ausgerollter und knuspriger Teig. Damit sind wir bei dem Belag angekommen. Begonnen bei der Soße, die ruhig aus einfachen passierten Tomaten bestehen kann. In Kombination mit etwas Sahne und reinem Tomatenmark wird sie ein wenig fester und lässt den Teig nicht so matschig werden. Gewürzt wird sie mit Knoblauch, Pfeffer, Salz, etwas Honig, Basilikum und Oregano.

Du hast bestimmt Deine eigenen Lieblingszutaten auf Deiner Pizza. Falls dazu auch Salami gehört, dann ist dünn geschnittene französische Salami (als Ganzes gekauft) die paar Cent mehr pro Pizza absolut wert.

Wenn es um Käse geht, setze ich auf Emmentaler, Gouda, Parmesan und Mozzarella. Tilsiter hat mich nie überzeugen können. Wichtig ist dabei, dass der Käse unbedingt gerieben oder gestiftelt sein sollte. In Fetzen gerissene Käsescheibchen schmelzen einfach nicht so schön.

In der Regel streue ich Basilikum und Oregano nach dem Backen auf die Pizza. Streust Du Oregano noch während des Backens drauf, dann riecht Dein ganzes Zuhause absolut wunderbar. Achte dann aber darauf, dass der Oregano nicht verbrennt.

Gebacken wird die Pizza bei der höchstmöglichen Temperatur, die der Ofen hergibt. Echte Pizzaöfen erreichen nämlich Temperaturen um die 400°C.

Nach rund 10 Minuten (stark abhängig von der Dicke des Teigs und der Temperatur des Ofens) kannst Du sie herausnehmen, mit etwas Olivenöl beträufeln, mit dem Pizzaroller zerlegen und anschließend verspeisen!

Geschmacklich sind wir mit diesen kleinen Tricks sehr nahe an den Produkten der Lebensmittelingenieure. Und die werden auch noch für sowas bezahlt...

Wenn Du noch Tipps auf Lager hast, dann ab damit in die Kommentare. Die Welt (bestehend aus den sechs Menschen, die sich hierher verirren) wird es Dir ewig danken!

26. März 2018

Kommentar schreiben

Du antwortest auf den Kommentar von Jan

Kreuz Icon

1024/1024

Klicke nur auf „Absenden“, wenn Du damit einverstanden bist, dass alle Deine Angaben (bis auf die E-Mail Adresse) veröffentlicht werden.

Dein Kommentar wurde gesendet und wird in Kürze freigegeben.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.